Krankengymnastik nach Katharina Schroth (dreidimensionale Skoliosebehandlung)

Skoliose ist nach Schroth eine Formverschiebung der Wirbelsäule und des Rumpfes in drei Dimensionen bzw. Richtungen. Daher setzt die Behandlung ebenfalls an drei Dimensionen an, um die Wirbelsäulenverkrümmung zu therapieren. Der aktuelle Zustand und vor allem die Verbesserungsmöglichkeiten stehen dabei im Vordergrund, etwa:

  • Aufrichten und Geraderichten (Derotation) der verkrümmten Wirbelsäule,
  • Aufhalten oder Verlangsamen der Krümmungszunahme,
  • allgemeine Haltungsverbesserung,
  • Muskelaufbau, Kraft- und Ausdauertraining,
  • Verbesserung der Atmung und Lungenfunktion,
  • Abbau von Bewegungseinschränkungen sowie
  • Verbesserung von Körperwahrnehmung und Körpergefühl.

Bei einer dreidimensionalen Skoliosebehandlung nach Schroth arbeitet der speziell ausgebildete Physiotherapeut eng mit dem Orthopäden zusammen. Der Patient erhält eine Einführung in das Schroth-Konzept und lernt seine Skoliose mit Hilfe des Therapeuten und besonderer Wahrnehmungs- und Anschauungsübungen (z. B. Stehen und Bewegen zwischen mehreren Spiegeln) besser kennen. Gemeinsam entwickeln Therapeut und Patient dann ein Gegenbild zu der Verformung, das durch die Therapie so weit als möglich erreicht werden soll.

Geübt werden vor allem die Selbstkorrektur und das Aufrechterhalten der korrigierten Haltung. Das geschieht durch eine bewusstere Wahrnehmung und Kontrolle der Muskeln (Muskelspannung und entspannung, Muskellänge), der Gelenkstellung sowie der Dehnung der Bänder und Gelenkkapseln. Ein weiterer wesentlicher Inhalt der dreidimensionalen Skoliosetherapie ist das Erlernen der sogenannten Dreh-Winkel-Atmung. Damit kann das skoliotische Atemmuster korrigiert werden, und die bessere Atemtechnik hilft ebenfalls beim Reduzieren der Formfehler (z. B. Seitenverbiegung oder Brustkorbverformung).

Die Skoliosebehandlung nach Lehnert Schroth gilt als derzeit beste physiotherapeutische bzw. krankengymnastische Skoliosetherapie. Doch sie ist auch fordernd: Der Therapeut braucht dazu viel Fachwissen, Fingerspitzengefühl und Empathie, und der Patient muss einiges an Disziplin und langfristiger Motivation mitbringen. Weil das Übungsprogramm für nachhaltigen Erfolg nach der Therapie fortgesetzt werden sollte, unterstützen wir Sie auch bei der Ausarbeitung Ihrer häuslichen Trainings und gegebenenfalls bei der Anschaffung und Nutzung von Hilfs- und Trainingsmitteln.



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