Sensorische Integrationstherapie

Als Begründerin der Sensorischen Integrationstherapie (SI) gilt die US-amerikanische Entwicklungspsychologin A. Jean Ayres. Ziel der Therapie ist die ganzheitliche Förderung und Stärkung der Sinnessysteme, die sich bereits vor der Geburt entwickeln: vestibuläre (Gleichgewicht), taktile (Reizaufnahme über die Haut) und propriozeptive (Reizaufnahme über Muskeln, Gelenk und innere Organe).

Über diese Basissinne und durch ihr Zusammenwirken (die sensorische Integration) nimmt ein Kind schon im Mutterleib seinen Körper und seine Umwelt wahr. Die Tiefenwahrnehmung (propriozeptives System) liefert Informationen über den umgebenden Raum. Über den Gleichgewichtssinn (vestibuläres System) wird die eigene Position darin bestimmt, und mit dem Tast- und Spürsinn (taktil-kinästhetisches System) können Formen und Oberflächen, deren Materialien und Beschaffenheit unterschieden werden. Ergänzt werden die Basissinne durch Sehen, Hören, Riechen und Schmecken.

Das ständige Zusammenspiel der Sinne und die korrekte Weiterleitung, Verarbeitung und Vernetzung der aufgenommenen Sinneseindrücke sind Grundvoraussetzungen für alles Lernen und Handeln, aber auch für Selbstvertrauen, ein harmonisches Körpergefühl und das allgemeine Wohlbefinden.

Eine Sensorische Integrationstherapie hilft Kindern mit

  • Entwicklungsverzögerungen oder Entwicklungsstörungen (z. B. Störungen der Grob- oder Feinmotorik, Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsprobleme, Berührungs- oder Geräuschirritationen, auffälliger Aktivitätsmangel),
  • Verhaltensstörungen (etwa in Form von Bewegungsangst, Unselbstständigkeit, Antriebsschwäche, Hyperaktivität oder Aggression),
  • Lern- und Arbeitsstörungen (Konzentrationsstörungen, Lese-, Schreib- oder Rechenschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen) sowie
  • psychosozialen Störungen (z. B. Kommunikationsprobleme, mangelnde Interaktion, Ängste, innere Isolation, Anpassungs¬probleme).

Wie wirkt eine SI-Therapie?

Die Ziele einer Sensorischen Integrationstherapie werden nicht durch den Ergotherapeuten vorgegeben, sondern durch das Kind. Bei den spielerisch gestalteten und sehr abwechslungsreichen Übungen erleben die Kinder eine Fülle von Bewegungs- und Sinneseindrücken, die dann sinnvoll verarbeitet, verknüpft und in bestimmte Handlungen umgesetzt werden. So verbessern sich etwa die Auge-Hand-Koordination, das Raum- und Körperbewusstsein, die Bewegungssteuerung, die Eigenständigkeit und die Handlungsplanung (Praxie). Auch das Lern- und Sprechverhalten und die soziale Kompetenz werden dadurch gefördert.

Übungen zur Förderung der Sensorischen Integration

SI ist ein ganzheitlicher Therapieansatz, der eine spezielle Zusatzausbildung erfordert. Die Eltern werden dabei von Anfang an mit einbezogen. Ein entspanntes und vertrauensvolles Verhältnis zum Therapeuten gehört ebenso dazu wie viel Lob und immer wieder Erfolgserlebnisse. So bleibt der kleine Patient motiviert und aktiv. Sie können die Übungen und Spiele auch in Ihren Alltag integrieren, um Ihr Kind noch besser bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

Bei der SI-Therapie kommen häufig motorische Übungsmittel zum Einsatz, mit denen sich Kinder gern bewegen und beschäftigen, zum Beispiel Schaukel und Hängematte, Rutsche, Wippe, Rollbrett oder Kriechtunnel. Manche Lernspiele, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen werden aber auch am Tisch ausgeführt. Wenn Sie mit Ihrem Ergotherapeuten einen Hausbesuch vereinbaren, bringt er das erforderliche Material mit. Möchten Sie für Ihr Kind selbst Übungsmaterialien besorgen, beraten wir Sie dazu ebenfalls gern.

Da die SI-Therapie nicht zu den Kassenleistungen gehört, muss sie in Eigenleistung getragen werden.



Sie erreichen uns hier

02 14 / 35 20 003

Stock Ergotherapie & Physiotherapie
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung Ihrer Daten, entsprechend unserer Datenschutzerklärung, zu. Zur Schließung dieses Hinweises muss ein Cookie gesetzt werden.