ADL

Die Abkürzung ADL kommt aus dem Englischen und steht für „Activities of daily living“, also die Aktivitäten des täglichen Lebens. Um alltägliche Handlungen und Abläufe zu trainieren, ist der ergotherapeutische Ansatz ideal, denn Ergotherapie ist immer ganzheitlich ausgerichtet, handlungsorientiert, menschennah und alltagstauglich.

Ein eigenständiger und selbstbestimmter Alltag erfordert viele verschiedene Tätigkeiten und Handlungsabläufe, die sich in zwei Grundbereiche aufteilen lassen:

1. ADL – basale Handlungen

Basal bedeutet grundlegend. Zu den basalen Alltagshandlungen gehören:

  • das Essen und Trinken,
  • die Mobilität (z. B. Aufstehen, Gehen, Bücken, Koordinieren von Bewegungen),
  • die Körperhygiene (Toilettengang, Waschen, Duschen, Baden),
  • das An- und Ausziehen sowie
  • die Kommunikation (vor allem Sprechen und Hören, Lesen, Schreiben und Telefonieren).

2. ADL – erweiterte Handlungen

Erweiterte Alltagshandlungen sind etwa:

  • das Zubereiten von Mahlzeiten,
  • die Haushaltsführung (z. B. Aufräumen, Staubsaugen, Putzen),
  • die erweiterte Mobilität (Teilnahme am Straßenverkehr, Autofahren, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Bedienung von Mobilitätshilfen),
  • die Gestaltung des Arbeitsplatzes,
  • Freizeitaktivitäten (sportliche Betätigung, Teilnahme an sozialen und kulturellen Veranstaltungen, Hobbys) sowie das
  • Wirtschaften, Versorgen und Verwalten (z. B. Einkaufen, Behördengänge, Banküberweisungen).

Dazu kommt noch die Hilfsmittelversorgung, ein sehr vielseitiger und wichtiger Bereich. Denn nahezu jede Tätigkeit des Alltags kann durch entsprechende Hilfsmittel unterstützt und erleichtert werden, wenn sie aufgrund von Alter, Krankheit, Unfall oder Behinderung nicht mehr oder nicht uneingeschränkt ohne Hilfe ausgeführt werden kann.

Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag

Schwierigkeiten bei der Verrichtung von Alltagshandlungen können viele Gründe haben, z. B.:

  • vorübergehend eingeschränkte Beweglichkeit (z. B. nach Unfällen, Sportverletzungen oder Operationen, durch Rückenprobleme oder Überlastungsbeschwerden wie das Karpaltunnelsyndrom),
  • dauerhaft eingeschränkte Beweglichkeit (z. B. nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, durch degenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, ALS oder Multiple Sklerose),
  • angeborene Behinderungen,
  • Amputationen,
  • Lähmungen (z. B. Querschnittslähmung),
  • Störungen der Handlungsplanung (z. B. bei Demenz, aber auch bei Aufmerksamkeitsstörungen, Entwicklungsstörungen oder psychischen Erkrankungen).

Beim ADL-Training lernen Betroffene ihr Potenzial und ihre Grenzen besser kennen und verbessern mit Hilfe des Ergotherapeuten gezielt die Fertigkeiten, die sie im Alltag brauchen. Ziel ist, die Herausforderungen des täglichen Lebens mit einem Minimum an Hilfe zu meistern.

Trainieren in der Praxis und zu Hause

Wir bieten ADL Training für Menschen aller Altersgruppen an. Das Übungs- und Trainingsprogramm wird nach ausführlichen Vorgesprächen genau auf die Fertigkeiten und Einschränkungen, Anforderungen und Lebensumstände des Kunden abgestimmt. Für das Einkaufstraining nutzen wir verschiedene nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten.

Bei einem Hausbesuch des Ergotherapeuten kann das Alltagstraining auch in der vertrauten Umgebung stattfinden. Bei den therapiebegleitenden Gesprächen, für die Trainingsplanung und die bestmögliche Hilfsmittelversorgung ist es in den meisten Fällen empfehlenswert, auch die Angehörigen, Betreuer oder behandelnden Ärzte mit ins Boot zu holen. Wir beraten und begleiten Sie gern auf Ihrem Weg zu einem leichteren Leben.



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Stock Ergotherapie & Physiotherapie
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